Akademie

Lehre für funktionelles Denken in Therapie und Medizin — ausgehend von Stimme und Kiefer.

Weit fragen. Präzise prüfen.

Die LABER-GANTER Akademie ist der Lehr- und Entwicklungsbereich des Kompetenzzentrums: maßgeschneiderte Fortbildungen für Praxen und Teams, Seminare für Einzelne und beauftragte Lehre für Institutionen.

Allen Formaten liegt ein eigenständig entwickeltes funktionelles Denkmodell zugrunde. Es ist aus therapeutischer Praxis, Anatomie, Physiologie und Lehre entstanden. Seine Ausgangsfrage: wie eine Funktion unter ihren jeweiligen Bedingungen entsteht — und wodurch sie sich verändern lässt.

Funktion verstehen. Relevanz prüfen.

Grundlage sind Anatomie und Physiologie. Von dort aus wird gefragt, was eine Funktion trägt, wodurch sie begrenzt wird und welche Kompensationen an ihrer Organisation beteiligt sind.

Es geht nicht darum, für ein Symptom möglichst viele Zusammenhänge zu finden. Entscheidend ist, welche Bedingungen für eine konkrete Funktion tatsächlich relevant sind — und wie sich das prüfen lässt.

Am Anfang steht eine Beobachtung. Aus ihr kann eine Hypothese entstehen — mit ihr beginnt die Prüfung.

Der Prüfzyklus einer Annahme Ein Kreis mit sechs Stationen: Hypothese — was vermuten wir? Testidee — woran wäre es erkennbar? Ausgangslage — wie ist es jetzt? Gezielte Veränderung — eine Bedingung verändern. Re-Test — dieselbe Aufgabe, dieselbe Funktion. Bewertung — hat es geantwortet, wie wir dachten? Der Rückweg von der Bewertung zur Hypothese ist mit „neu gewichten" beschriftet. Neben der Testidee steht die Frage „hier prüfbar?", von der ein Weg aus dem Kreis hinausführt. In der Mitte steht: Die Testidee steht vor der Handlung. neu gewichten hier prüfbar? Hypothese Was vermuten wir? Testidee Woran wäre es erkennbar? Ausgangslage Wie ist es jetzt? Gezielte Veränderung Eine Bedingung verändern Re-Test Dieselbe Aufgabe. Dieselbe Funktion. Bewertung Hat es geantwortet, wie wir dachten? Die Testidee steht vor der Handlung.

Bevor eine Bedingung verändert wird, steht fest, woran sich eine Antwort zeigen würde und wie die Ausgangslage ist. Nach der Veränderung wird derselbe Test wiederholt. Erst dadurch wird eine Reaktion zur Information, auch wenn sie ausbleibt oder anders ausfällt als erwartet.

Dass sich etwas verändern lässt, beweist noch nicht, warum es entstanden ist. Ein Ergebnis bestätigt eine Hypothese deshalb nicht einfach, es verändert ihr Gewicht.

Nicht jede Hypothese lässt sich im eigenen Untersuchungsraum prüfen. Dann markiert sie dessen Grenze — und kann zur Frage an eine andere Profession werden.

Woher dieses Denken kommt

Christopher Laber-Ganter

Logopäde · Heilpraktiker (Logopädie)

Die Wurzeln dieses Denkens reichen mehr als 15 Jahre zurück. Erste Unterrichtserfahrungen entstanden bereits in der Oberstufe und nach dem Abitur — unter anderem in Schlagzeugunterricht, Gesangsunterricht und Nachhilfe.

Gleichzeitig waren Stimme, Gesang und die Funktionsweise des menschlichen Körpers früh zentrale Interessen. Mit Biologie als Leistungskurs wuchs besonders die Beschäftigung mit Physiologie, Anatomie und Histologie. Ein Medizinstudium habe ich damals bewusst nicht gewählt. In der Ausbildung zum Logopäden verbanden sich Stimme, Funktion, Anatomie und Physiologie für mich erstmals zu einem fachlichen Zusammenhang.

Seit neun Jahren bin ich in der Aus- und Weiterbildung angehender und ausgebildeter Kolleginnen und Kollegen tätig, in Anatomie, Physiologie, Stimme und Psychologie, unter anderem an der Lehranstalt für Logopädie der Universitätsmedizin Mainz und an der Prof. König und Leiser Schule für Logopädie in Kaiserslautern. Heute unterrichte ich Psychologie an der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz und bin Referent für NOVAFON. Wer unterrichtet, muss Zusammenhänge so fassen, dass andere sie nachvollziehen und prüfen können.

Das Lehramtsstudium mit Philosophie, Anglistik und Bildungswissenschaften hat die Fragen dahinter geprägt: wie Menschen lernen und wie sich eine Aussage begründen lässt.

In der therapeutischen Praxis werden diese Fragen konkret. In Pirmasens behandle ich mit Schwerpunkt auf Stimme, Kiefer und CMD. Die osteopathische Ausbildung, 2021 begonnen und nach drei Ausbildungsjahren für die Praxisgründung pausiert, hat den Blick auf funktionelle Zusammenhänge über einzelne Strukturen hinaus erweitert. Ihre Fortsetzung ist geplant.

Praxis stellt Fragen. Lehre schärft sie. Das Geschärfte fließt zurück in die Praxis.

Unterschiedliche Professionen. Eine gemeinsame Frage.

Die Akademie richtet sich an Fachpersonen, für deren Arbeit die Frage nach der Organisation einer Funktion relevant ist — in der Logopädie ebenso wie in der Physiotherapie, der Zahnmedizin und in angrenzenden therapeutischen und heilkundlichen Berufen.

Der fachliche Ausgangspunkt verändert sich mit der Profession. In der Logopädie stehen etwa Stimme, Artikulation, Atmung oder neuromotorische Organisation im Vordergrund. In der Physiotherapie können Bewegung, Muskeltonus, Belastungsverteilung oder das Zusammenspiel von Halswirbelsäule, Schultergürtel und Atmung Ausgangspunkte sein. In der Zahnmedizin sind es Kausystem und Mundfunktion, aber auch Reaktionen wie ein ausgeprägter Würgereiz, die eine Behandlung erschweren können.

Die Perspektive verändert sich. Die Denklogik bleibt dieselbe.

Sie lässt sich in unterschiedlichen fachlichen Untersuchungsräumen anwenden. Gelernt wird, eine Hypothese aus dem eigenen Fachgebiet prüfbar zu machen — und zu erkennen, wo sie die Grenze des eigenen Untersuchungsraums erreicht.

Ein wachsender Lehr- und Entwicklungszusammenhang

Die Formate der Akademie entstehen aus der gemeinsamen Arbeit, und das schon heute. Eine Fortbildung wird im Vorgespräch auf das Team zugeschnitten; ihr Skript entsteht erst, wenn feststeht, welche Fortbildung tatsächlich stattgefunden hat. Eine Studiengruppe arbeitet über ihre Termine hinweg an einem fortlaufenden Prozess statt an voneinander unabhängigen Themenabenden. Eine Einzelvertiefung beginnt bei der Frage oder dem Fall, den jemand mitbringt.

Was sich dabei zeigt, geht in die Weiterentwicklung des Denkmodells ein. So verbinden sich funktionelle Anatomie und Physiologie, Befund- und Prüflogik, Regulation, Gesprächsführung, therapeutische Entscheidung und heilkundliches Denken mit der Zeit zu einem Zusammenhang, der über einzelne Formate hinausreicht.